Nachdem der Sommer sich dem Ende zuneigte habe mich entschieden die vergangenen sonnigen und warmen Tage wenigstens im Modell noch ein wenig zu velängern.
Deshalb nehme ich euch mit auf eine fiktive Reise nach Südfrankreich, die vorbei an den Reis und Lavendelfelder der Provence führt …
Einleitende Gedanken zum Bau des Dioramas
Eine Sendung im Fernsehen und zahlreiche eigene Erinnerungen ließen die Idee reifen, eine kleine Sommerreisen den Süden Frankreichs im
Modell anzutreten. Schnell stand fest, das Thema im Maßstab 1:87 soll ein kleiner Ausschnitt am Übergang der Lavendelprovence zur Camargue werden.
Und eine kleine Lavendelfarm darf natürlich nicht fehlen!
Neben Farm und Lavendelfeld ist auf den Schaustück die Gleistrasse einer Nebenbahn der SNCF, ein Anriss eines Reisfeldes mit Wasserzulauf, eine naturbelassene Wiesenfläche sowie eine Landstraße angedacht.
Und zudem ist aus Platzgründen die Größe der Grundplatte auf 110 x 60 cm begrenzt. Als Material hierfür, wie fast immer Styrodur.
Gebäude und Wasserlauf
Für die geplante Lavendelfarm mit angrenzendem Lavendelfeld gibt es bei den üblichen Herstellern keine anpassbaren Modellbausätze bzw. diese waren nicht lieferbar. Aber im Netz fanden sich STL-Dateien von südeuropäischen Gebäuden und Mauern zur Grundstücksabgrenzung.
Rasch wurden diese erworben und heruntergeladen.
Leider sind diese im Maßstab 1:76 und mussten erst in 1:87 skaliert und ausgehöhlt werden, was jedoch keine Probleme aufwirft. Anschließend folgt der 3D-Resindruck mit einem Elegoo-3D-Printer.
Nach dem Druck werden die Gebäudebauteile von den Supportstützen befreit und gründlich mit Spiritus oder Isopropanol 99,9% gereinigt. Letzte Rückstände werden mit einem wasserbasierenden Silikonreiniger entfernt.
Mit Kittifix-„Sekundo“ werden die wenigen Teile der Gebäude miteinander verklebt. Die anschließende Colorierung erfolgt mit Farben von AirbrushColor4you von Herterich Products.
Hierbei ist es hilfreich, sich Vorbildaufnahmen zu suchen und sich an deren
Farbgebung zu orientieren. Nach dem Colorieren werden noch einige Zurüstteile wie z. B. die Klimageräte von 87Train/Mafen angebracht.
Der vorgesehene kleine Kanal, der den Zulauf zum Reisfeld darstellt, stammt von Vampisol. Er wird mit Kartonmodellbau- und Bastelkleber von Kittifix verklebt und nach dem Trocken mit AirbrushColor4you-Farben farblich behandelt.
Bau des Schaustückes
Grundaufbau des Dioramas
Sind die Vorarbeiten abgeschlossen, werden auf der Styrodurplatte die späteren Erhebungen für Lavendelfeld, Farm und Grasfläche mit 3 bis 4 cm starken Styrodurteilen aufgeklebt und mit Heißdrahtschneider und Cutter vormodelliert. Ebenfalls in dieser Bauphase wird auch die Erhöhung für den Gleiskörper mit 5 mm starkem Styrodur erstellt.
Neben der Gleistrasse werden nun die farblich vorbereiteten Kanalteile sowie ein Sperrwerk von Vampisol platziert und verklebt. Das Sperrwerk wird vor dem Einbau ebenfalls mit Sekundenkleber montiert und farblich behandelt. Anschließend erfolgt der Einbaudes Elite-Flexgleis von Tillig. Dieses wird mit Schnellkleber fixiert und anschließend mit hellem Gleisschotter von Busch eingeschottert. Anschließend dann mit einem selbst angemischten Schotterkleber dauerhaft fixiert.
Reisfeld und Wasser
Unter der Reisimitation von Silhouette/Mininatur wird zuerst ein Untergrund für die Wasserfläche gestaltet. Da die Styrodurgrundplatte eine Struktur aufweist, wird zuerst dieser Bereich an einigen Stellen leicht mit einer Strukturpaste bestrichen.
Dazu wird der Untergrund der späteren Wasserfläche mit mittelbrauner Strukturpaste von Vallejo eingeebnet. Anschließend nach dem Trocknen der Paste erfolgt deren farbliche Gestaltung in verschiedenen grün-, blau- und erdfarbenen Tönen aus der bereits erwähnten Farbserie von AirbrushColor4you. Hierbei helfen Vorbildfotos.
Im nächsten Schritt wird die Matte mit der Reisimitation in unterschiedlich
große Stücke gerissen. So erhält man –wie beim Vorbild – Kanten mit Einbuchtungen usw.. Diese werden auf die vorbereitete Fläche aufgeklebt, so dass dazwischen kleine Freiflächen entstehen.
Anschließend wird mit Modellwasser von Busch die Wasserfläche gegossen. Einige Schilfbüschel von Woodland oder ähnliche ergänzen diese Szenerie. Diese Elemente werden in die noch flüssige Wasserfläche gesetzt, sodass nach den Aushärten ein Effekt entsteht, wie wenn diese von unter der Wasseroberfläche herausgewachsen sind.
Die Straße
Zunächst werden die Straßenränder mit Flexyway-Altstadtpflaster von Juweela gestaltet, welches zunächst in Streifen mit je vier Pflasterreihengeschnitten wird. Zwischen diese Pflasterreihen wird die Straße mit Asphaltpaste von Vallejo vorsichtig mit einem Feinspachtel modelliert, so dass eine etwas ungleichmäßige Straßenoberfläche entsteht.
Die naturbelassene Wiese
Zwischen der Gleistrasse und Straße wird nun die Wiesen- bzw. Weidefläche gestaltet.
Zuerst erfolgt die Feinmodellierung mit erdfarbener Strukturpaste.
Einzelne kleinere Kalksteine finden nun ihren Platz in der noch feuchten Paste.
In den nächsten Schritten werden einzelne Grasbüschel in unterschiedlichen sommerlichen Farben und Längen (aus dem Sortiment von Silhouette/Mininatur) auf die vorbereitete
Grundfläche aufgebracht und mit Kartonmodellbau-und Bastelkleber von Kittifix verklebt.
Einzelne kleinere, aus den neuen Gras- und Unkrautmatten von Mininatur
gerissene, Stücke lockern die sommerliche Grasbepflanzung auf.
Diese Art der Gestaltung einer Grasfläche ist zwar etwas arbeitsaufwendiger, lässt aber im Ergebnis nahezu keine Wünsche offen. In dieser Art und Weise wird auch später bei der Gestaltung der Grasflächen rund um den Lavendelhof verfahren.
Eine Pinie und zwei Zypressen von Silhouette/Mininatur sowie einige kleinere Filigranbüsche und niedrige Büsche runden die Gestaltung der Wiese ab.
Das Lavendelfeld entsteht
Im Bereich des späteren Lavendelfeldes wird zunächst der Boden mit sandfarbener Strukturpaste modelliert. Anschließend wird feingesiebter Sand in ein Kleberbett aus Begrasungskleber oder Kartonmodellbau-Bastelkleber aufgestreut. In das noch feuchte Kleberbett werden einige kleinere Kalksteinstücke eingedrückt.
Und auch der kleine Schuppen wird jetzt an seinen Standplatz fixiert.
Bevor die Lavendelstreifen befestigt werden, wird der gesamte Bereich mittels Airbrush in einem Sandton gebrusht, um die typische Bodenfarbe der Lavendelfelder zu erhalten. Dabei dürfen gerne, vorbildgerechte Schattierungen entstehen.
Anschließend werden die Lavendelstreifen in einem Abstand von ca. 1,5 cm mit Bastelkleber aufgebracht. Einige der Blütenreihen sind – wie auch beim Vorbild – unterbrochen. Dort wachsen entweder nur dürre Grasbüschel oder aber Lavendelkraut ohne Blüten. Diese Lücken in den Reihen lassen das Lavendelfeld deshalb wesentlich vorbildgerechter erscheinen.
Am Feldrand zur Straße wie auch an einigen Punkten im Lavendelfeld runden kleine Karstbüschel die Gestaltung ab. Einige Rosenbüsche am Straßenrand vervollständigen das Bild.
Rund um die Farm
Im Bereich der späteren Lavendelfarm werden nun die aus Resin gedruckten Gebäude positioniert und mittels Klebstoff befestigt. Bei dem größeren Gebäude – dem Wohnhaus des Lavendelbauers – werden Wegplatten von Juweela verlegt, auf denen später noch eine kleine Szene gestaltet wird. Aus den gleichen Platten wird zudem ein Weg zum Hofbereich angelegt.
Der gesamte Hofbereich wird, wie bereits gestaltet. Die Einfahrt zum Hof wird durch zwei kleine Sandsteinmauern (3D-Druck) eingefasst.
Die Grünflächen um den Hofbereich und die Gebäude werden, ähnlich der bereits gestalteten Wiese, aus einzelnen Grasbüscheln von Mininatur aufgebaut. Kleine Filigranbüsche, Büsche und eine Pinie, runden die Landschaftsgestaltung ab.
Finish
Am Sperrwerk im Kanal werden drei Bretter über diesen gelegt, wo gerade der Reisbauer seine Wasserzulauf zum Reisfeld reguliert.
Auf der Wiesenflächen zwischen Gleistrasse und Straße
lassen drei junge Reiterin ihre Pferde austraben, um vermutlich an dem im Aufbau befindlichen kleinen Hoffest teilzunehmen. Im Lavendelfeld prüft ein Mitarbeiter der Farm den Stand der Lavendelblüte. Vermutlich kann bald die Ernte und Ölgewinnung starten.
Ob er sich über die posierenden Fans im Lavendelfeld freut, die gerade verschiedene Fotopositionen ausprobieren ist nicht zu erkennen.
Im Hof der Farm haben sich die ersten Gäste eingefunden und warten darauf, dass der Grill kleine Köstlichkeiten auswirft. Teils sitzen sie bereits auf einer Biergartengarnitur. Diese stammen, wie auch die Gasflaschen nach französischem Vorbild, von 87Train.
BeimHaupthaus sind gerade einige Gäste und Familienmitglieder zu einem Gespräch, sie lassen den Abend des Hoffestes ruhig angehen. Sie sitzen auf Gartenmöbeln aus dem Modellbau Kaufhaus.
Sämtliche Figuren sowie der Roller mit Fahrer und Beifahrerin auf dem Diorama stammen von Schrumpfmich und sind teils extra für dieses Schaustück modelliert worden. Einige Modellautos von Busch sowie ein Twingo von Herpa runden die Ausgestaltung des Dioramas ab.
Fazit
Der Bau dieses Dioramas hat sehr viel Freude bereit und bereits bei der Planung und dem Bau „Urlaubsfeeling“erzeugt. Vielleicht kann sich auch der
Leser bei der Lektüre dieses Beitrags in die einmalige Stimmung der Provence hineinträumen.
Einige Impressionen


