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Container meets Geflügelstall

10. Januar 2024 // Peter Schmäring

Ein Container wird zum Hühnerstall

Wenn Du aufmerksam in der Natur zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs bist, dann findest Du die eine oder andere Anregung zu einem kleinen, interessanten Modellbauprojekt. So entstand einst auch die Idee für den Hühnerstall im Container.

Ein ausrangierte 20ft-Container steht im Original auf einem landwirtschaftlichen Grundstück und dient als Unterkunft für Gänse und Enten - Als Futterstelle und Unterkunft.

In diesem Beitrag geht es darum, wie aus der spontan Idee und dem Vorbildfoto ein kleines Diorama entsteht.  Zudem gibt es wieder Hinweise, welche Artikel von den Modellbauzubehör-Lieferanten dafür benutzt werden.

Dieser Blogbeitrag führt Dich durch den Bau und zeigt zudem auf, welche Artikel aus dem Modellbauzubehör im Handel verfügbar sind.

Bei einigen Arbeitsschritten kommt auch eine CNC-Fräse zum Einsatz, denn für saubere und präzise Öffnungen in dem Modellcontainer , aber auch für das Erstellen der neuen Türen ist dieses Werkzeug hervorragend geeignet.

Ein Container wird umgebaut

Der Lack muss ab

Beim Vorbild handelt es sich um einen ausrangierten 20 ft. Container der im Maßstab 1:87 unter der Art.-Nr. 76432-002 im Herpa-Sortiment zu finden ist. Mit etwas LUX-Lackentferner wurde zunächst der Aufdruck vom Container entfernt bevor weitere notwendige Arbeiten daran ausgeführt wurden.

Beim Vorbild, welches als Modellbauanregung dient handelt es sich um einen ausrangierten 20 ft. Container der im Maßstab 1:87 von Herpa. Mit etwas Lackentferner von LUX-Modellbau  wird zunächst der auf dem Container angebrachte Aufdruck entfernt. Erst sollten die weiteren Arbeiten daran begonnen werden.

Eine Lüftung muss sein

Da sich im Original Container auf der einen Seite im oberen Bereich Lüftungsschlitze und im anderen Seitenteil drei großflächige Öffnungen befinden, sollten diese sich auch im Modell dort wiederfinden. Hier kam mal wieder die CNC-Technik ins Spiel. Mit dieser ist es möglich präzise und 100% genau diese Öffnungen in den Container zu fräsen. Die erforderliche Zeichnung wurde relativ schnell in der CAD-Software erstellt, da es sich ja nur um Rechtecke handelt.
Im CAM-Modul der Software Fuson 360 wird das zu bearbeitende Seitenteil mit den zu fräsenden Öffnungen dargestellt. Hier wurde der verwendete Fräser und die Fräsbahnen festgelegt bevor der G-Code für die CNC-Fräse generiert wurde. Das hört sich hochtrabend an, ist aber in Wirklichkeit ganz einfach zu bewerkstelligen.

Beim Vorbild befinden sich auf einer Längsseite oben drei größere Öffnung sowie auf der gegenüberliegenden Seite Lüftungsschlitze. Diese Details sollen sich auch im Modell wiederfinden und werden deshalb erstellt. Dabei kommt die CNC-Fräse ins Spiel.
Mit dieser ist es möglich präzise und 100% genau diese Öffnungen in den Container zu fräsen. Die erforderliche Zeichnung sind relativ schnell in einer CAD-Software zu erstellen, da es sich um einfache Rechtecke handelt.

In der CAD-Software wird das zu bearbeitende Seitenteil mit den zu fräsenden Öffnungen dargestellt. Hier werden der verwendete Fräser und die Fräsbahnen festgelegt bevor der G-Code für die CNC-Fräse generiert wurde.

Das hört sich hochtrabend an, ist aber in Wirklichkeit ganz einfach zu bewerkstelligen.

Der von der CAD / CAM-Software Fusion 360 berechnete G-Code für die CNC-Maschine wird in die Steuersoftware der Maschine - hier WinPC-NC - geladen. Die roten Linien zeigen hier die Außenmaße des Containers und die blauen die erforderlichen Fräswege dieses Arbeitsschrittes.
Präzise, wie in der Zeichnung festgelegt wurden die drei Öffnungen an der richtigen Stelle im Container ausgefräst.

Der von der CAD / CAM-Software berechnete G-Code* für die CNC-Maschine wird anschließend in die Steuerungssoftware geladen.

Die roten Linien zeigen hier die Außenmaße des Containers und die blauen die auszuführenden Fräsungen.

*G-Code ist die am weitesten verbreitete Programmiersprache für numerische Computersteuerung und 3D-Druck.

Präzise, wie in der Zeichnung festgelegt werden die drei Öffnungen an den richtigen Stelle im Container ausgefräst.

Neue Türen müssen sein

Der Container sollte wie sein Vorbild an der Rückseite mit offenen Türen dargestellt werden. Dazu musste die Rückwand auch heraus gefräst werden, dieser Bauschritt stellte mit der CNC-Fräse ebenfalls keinerlei Probleme dar.
Als nächstes standen nun die neuen Türen auf dem Plan, welche ebenfalls aus Polystyrol-Material entstehen sollten. Dieser Arbeitsprozess geht mit der Software Fusion 360 (für Modellbauer kostenlos) sehr schnell und präzise von der Hand. Die Zeichnung (im Bild rechts) wurde schnell erstellt und im CAM-Modul konnten die Arbeitsprozesse am Bauteil simuliert werden.

Der Container soll, wie sein Vorbild, auf der Rückseite mit offenen Türen dargestellt werden. Dazu muss die Rückwand heraus gefräst werden. Dieser Bauschritt stellte mit der CNC-Fräse ebenfalls keinerlei Probleme dar. Eine Alternative ist für solche Arbeiten jedoch auch ein Ultraschallmesser.

Als nächstes stehen nun die neuen Türen auf dem Plan, welche ebenfalls aus Polystyrol-Material entstehen sollen. Dieser Arbeitsprozess ist mit einer CAD-Software sehr schnell und präzise zu erledigen, beispielsweise mit Shapr 3D oder Fusion 360. Die Zeichnung (im Bild rechts) wurde schnell erstellt und im CAM-Modul können die Arbeitsprozesse am Bauteil simuliert werden.

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Probeweise wurden die gefrästen Türen in den Ausschnitt am Container gelegt um die Pass Genauigkeit zu überprüfen. Perfekt! Alles passt!

Die Türen werden aus 1 mm Polystyrolplatten auf der CNC-Fräse gefräst. Hierfür sind auch Reststücke verwendbar. Schnell liegen dann die fertigen, passgenauen Türen zum Einbau bereit..

Probeweise werden nun die gefrästen Türen in den vorher ausgefrästen Türausschnitt am Container gelegt und so die Passgenauigkeit überprüft. Perfekt!  Alles passt!

Eine neue Bodenplatte für den Stall

Die Bodenplatte für den Modellcontainers musste noch erneuert werden und wurde aus einer 2 mm starkem Polystyrolplatte herausgefräst. So entstand ein gerader Boden im Container auf dem später der Futterautomat für das Federvieh gestellt wurde.

Nun wird noch die Bodenplatte des Modellcontainers erneuert. Diese wird aus einer 2 mm starkem Polystyrolplatte herausgefräst. So entsteht ein gerader Boden im Container auf dem später der Futterautomat für das Federvieh gestellt wurde.

Innen muss Farbe an die Wand

Der Container wurde mit weißer Vallejo Air Farbe innen lackiert und die Bodenplatte bekam schon mal einen Anstrich mit brauner Farbe. Später wurde hier noch etwas gealtert.

Der Container wird mit weißer Vallejo Air Farbe innen lackiert und die Bodenplatte bekam schon mal einen Anstrich mit brauner Farbe. Später wurde hier noch etwas gealtert. Eine Alternative sind die Farben von AirbrushColor4you, welche spritzfertig und eine hervorragende Deckkraft besitzen. Auch bietet sich für das Altern der Alterungsset von AirbrushColor4you an.

Die Lüftungsschlitze werden vergleitet

Die im oberen Bereich ein gefrästen Lüftungsschlitze benötigten noch eine Metallabdeckung die wieder so verschließen sollte, dass kein „Federvieh“ dort durch schlüpfen kann. Aus einer 0,15 mm dünner Aluminium Folie von ALBION ALLOYS wurde ein Streifen mit einer Breite von 3 mm geschnitten......
....dieser Alustreifen wurde mit einem Stück Tesafilm auf das Seitenteil des Containers geklebt. Nun konnte mit einem Kugelstift / Prägestift die Kontur in die Folie gedrückt werden.

Die im oberen Bereich eingefrästen Lüftungsschlitze benötigten noch eine Metallabdeckung, welche verschliessbar sein sollte, so dass kein „Federvieh“ dort durchschlüpfen kann. Dieser Arbeitsschritt muss vor dem Colorieren des Containers erfolgen, dass die Abdeckungen in der Farbe des Containers erscheinen sollen. Aus einer 0,15 mm dünner Aluminium Folie von ALBION ALLOYS wurde ein Streifen mit einer Breite von 3 mm geschnitten...

...dieser Alustreifen wird anschließend mit einem Stück Klebestreifen, z.B. Linierband auf dem Seitenteil des Containers gegen Verrutschen gesichert. Danach kann mit einem Kugelstift / Prägestift die Kontur der Außenwand des Containers in die Folie gedrückt werden.

Die Alu-Abdeckungen wurden auf die richtige Länge gebracht und mit „Colla 21“ Kleber an den Container geklebt. Dem Kleber liegt eine zusätzliche Kanüle bei, welche Mikrotröpfchen erzeugt und sich für solche Verklebungen als ideal erwies.

Die Alu-Abdeckungen werden auf die korrekte Länge der Lüftungsschlitze abgelängt und danach mit flüssigen Sekundenkleber an den Container befestigt. Ratsam ist es, wenn möglich, Feine Kanülen zu verwenden, welche Micro-Tröpfchen erzeugen und sich für solche Verklebungen als ideal erwiesen.

Frische Farbe für die Wand

Die etwas auffällige Farbe wurde im Game Color Sortiment von Vallejo gefunden und der Außenbereich des Containers sowie die Türen damit lackiert.

Die etwas auffällige Farbe wird im Game Color Sortiment von Vallejo gefunden und die Außenwände des Containers und der beiden Türen damit lackiert. Ebenso lassen sich hier die entsprechenden Farben von AirbrushColor4you gut einsetzen. Vor dem Lackieren von Kunststoffmodellen ist es zudem ratsam, eine entsprechende Grundierung wie beispielsweise den lösungsmittelfreien Optimus PrimerR von Herterich Products aufzubringen.

Gitter und Schmutz

Im weiterem Verlauf der Arbeiten wurde nun ein Streifen aus Kunststoffgitter ausgeschnitten der die drei unteren Öffnungen von innen abdecken wird.

Im weiteren Verlauf der Arbeiten wird nun ein Streifen aus einem Kunststoffgitter ausgeschnitten, welcher die drei unteren Öffnungen von innen abdecken wird.

Das Gitter verschließt wie im Original von innen die drei Öffnungen. Zwei auf die Containertür aufgeklebte Aluröhrchen mit einem Durchmesser von 0,3 mm stellen den Verriegelungsmechanismus der Tür da. Auf der Bodenplatte wurde der Futterautomat platziert und anschließend Vallejo Matsch aufgebracht und mit brauner Farbe übermalt. Etwas „Heu“ wurde in die nasse Farbe gestreut.
Der Container wurde mit weißer Vallejo Wash Farbe übermalt, dadurch wurde die Grundfarbe etwas aufgehellt. Anschließend wurden Verschmutzungen / Alterung mit Pigment Farbe aufgebracht. Die Dioramen Grundplatte wurde mit den Vallejo Matsch behandelt und dann mit brauner Farbe übermalt. Zum Abschluss wurden einzelne Bereiche mit Gras versehen.

Das Gitter verschließt wie im Original von innen die drei Öffnungen. Zwei auf die Containertür aufgeklebte Aluröhrchen mit einem Durchmesser von 0,3 mm stellen den Verriegelungsmechanismus der Türen dar. Auf der Bodenplatte wird ein Futterautomat platziert und anschließend Vallejo Matsch aufgebracht und mit brauner Farbe übermalt. Danach wird Miniheu (Fasern) in die nasse Farbe gestreut.

Nun wird der Container mit einem weißem Washing übermalt. Hierdurch wird die Grundfarbe etwas aufgehellt. Es kann bei diesem Arbeitsschritt auch mit einer Airbrush gearbeitet werden. Hierbei wird weiße Airbrushfarbe, etwa AirbrushColor4you, welche mit dem Stretcher* im Wunschgrad transparent eingestellt wird , lasierend aufgetragen. Anschließend werden noch Verschmutzungen und eine gewisse „natürliche“ Alterung mit Pigmentfarbe aufgebracht.

*Stretcher ist die Farbbasis der jeweiligen Airbrushfarbe und erhält beim Einstellen der Transparenz die Farbeigenschaften und Hadteigenschaften im Gegensatz zu einem Reducer (Verdünner).

Das Minidiorama

Das auf dem Diorama vorhandene Wasserloch wurde zunächst mit Vallejo Still Water aufgefüllt. Anschließend wurde Water Effects Gel aufgebracht und mit einem Spachtel kleine Wellen modelliert.
Durch den vorhergehenden Arbeitsschritt sind durch das Water Effects Gel schöne kleine Wellen auf dem Wasserloch entstanden. Hier tummeln sich nun Enten aus dem NOCH-Sortiment auf der Wasserfläche, während einige „BUSCH-Gänse“ diesen zuschauen.

Die Dioramen Grundplatte (11 x 11 cm)wird mit Vallejo Matsch behandelt und dann mit brauner Farbe übermalt. Zum Abschluss werden einzelne Bereiche mit niedergetretenen Gras versehen.

Das auf dem Diorama vorhandene Wasserloch wird zunächst mit Vallejo Still Water aufgefüllt. Anschließend wurde Water Effects Gel aufgebracht und mit einem Spachtel kleine Wellen modelliert. Eine Alternative ist Realistic Water von Woodland.

Durch den vorhergehenden Arbeitsschritt sind durch das Water-Effects-Gel schöne kleine Wellen auf dem Wasserloch entstanden. Hier tummeln sich nun Enten aus dem NOCH-Sortiment auf der Wasserfläche, während einige „BUSCH-Gänse“ diesen zuschauen.

Der Futterautomat (bestehend aus einem Kunststoffring und der Spitze eines Kugelschreibers) ist mitten im Container aufgestellt worden damit dieser für die alle Tiere gut erreichbar ist.

Der Futterautomat (bestehend aus einem Kunststoffring und der Spitze eines Kugelschreibers) wird mitten im Container aufgestellt, damit dieser für die alle Tiere gut erreichbar ist.

Ohne Hintergrund geht es nicht

Das kleine Diorama „Container fürs Federvieh“ hat eine Größe von 11 x 11 cm. Der Bau und die Anwendung verschiedenster Modellbau-Zubehörartikel hat sehr viel Freude bereitet und nach dem fotografieren vor dem original Hintergrundbild sieht es der original Szene schon sehr ähnlich.

Das kleine Diorama „Container fürs Federvieh“ hat eine Größe von 11 x 11 cm. Der Bau und die Anwendung verschiedenster Modellbau-Zubehörartikel hat sehr viel Freude bereitet und nach dem Fotografieren vor einem originalen Hintergrundbild sieht es der Vorbildszene schon sehr ähnlich.

Informationen zu verwendeten Materialien

Herpa:                               www.herpa.de
Art.-Nr. 76432-002            20 ft. Container

BUSCH:                            www.busch-model.info
Art.-Nr. 1195                     Hausgänse

 NOCH:                            www.noch.de
Art.-Nr. 15774                  Schwäne und Enten

Lux:                                  www.lux-modellbau.de
Art.-Nr. 9001                      DLE-90 Druck- und Lackentferner

STEPCRAFT:                   www.stepcraft-systems.com
Art.-Nr. 10002                          CNC-System  D.420

 

Modellbau und Bilder: Peter Schmäring
Text Heinz Hofmann und Peter Schmähring

Inhalt //

    Die Autoren

    Peter Schmäring

    Peter Schmäring

    Seit meiner Kindheit betreibe ich Modellbau, vom Plastikmodellbau über ferngesteuerte Modelle bis hin zum Umbau von Fahrzeugen im Maßstab 1:87 ist mir nichts fremd. Modellbau ist meine Leidenschaft.

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