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Ein IBC-Tank als Wasserspender

6. September 2023 // Peter Schmäring

Im letzten heißen Sommer waren Mitarbeiter des städtischen Bauhofes damit beschäftigt Blumenkübel und Bäume im Innenstadtbereich immer wieder zu bewässern damit diese nicht vertrockneten. Dieses kleine Diorama stellt die beschriebene Szenerie in 1:87 nach.

Für ein Modellbauprojekt in einem größeren Maßstab wird ein größerer Wassertank benötigt. Dabei fiel die Wahl auf einen IBC-Tank. Diese Tanks erfreuen sich großer Beliebtheit und sind dadurch auch weit verbreitet.

Die aus Kunststoff (Polyethylen) bestehenden IBC-Tanks (sogenannte IBC-Blase) besitzen an der Oberseite eine große Einfüllöffnung, welche mit einem Schraubdeckel verschlossen ist. In der Regel stehen die Behälter auf einer Holzpalette und sind von einer Gitterbox umgeben. Im unteren Bereich des Behälters verfügen sie über eine Auslaufarmatur zur Wasserentnahme.

Der 3D-Druck

Im Internet auf einer der gängigen Plattformen für den 3D-Druck finden sich solche IBC-Tanks als druckbare STL-Datei.

Nachdem das ursprüngliche  Projekt mit PLA-Filament gedruckt war, kam die Frage auf; „Lässt sich solch ein IBC-Tank auch im Maßstab 1:87 anfertigen?“

Dass es hierbei mit dem FDM (Filament-Druck) nicht möglich sein wird, war von Anfang an klar. Als Alternative blieb somit der SLA-Druck, also das Drucken mit Resin. Als Hauptproblem ist die Gitterbox anzusehen, welche aus Stäben besteht die in 1:87 nur einen Durchmesser von 0,3 mm aufweisen. Die aus dem Internet heruntergeladene STL-Dateien wurden im Slicer (Druckprogramm) verkleinert und auf die notwendigen Maße für das Vorhaben herunter gerechnet.

Der Druck des Tanks, der Palette und des Deckels stellen keinerlei Probleme dar.

Bei der Gitterbox für den IBC-Tank sah es etwas anders aus, hier sind meist einige Druckversuche mit unterschiedlicher Anordnung von Supportstrukturen erforderlich, bis die perfekte Gitterbox gedruckt ist.

Nachdem alle Teile des Wassertanks gedruckt sind erfolgt die Passprobe. Und plötzlich stellt sich die Frage, was mache ich nun damit.

Ein Kleindiorama - Die Idee

In den letzten heißen Sommermonaten wurden viele Straßenbäume in der Stadt durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs mit Wasser versorgt. Neben den Bäumen kamen auch Blumenkübel und Rabatten in den Genuss des helfenden Nass.

Nach diesem gedanklichen Rückblick war klar, wie der Wassertank in Szene gesetzt werden wird – in einem Kleindiorama „Gießen eines Straßenbaumes“.

Auf der Ladefläche eines Kommunalfahrzeuges ist der richtige Platz für den gedruckten IBC-Wassertank!

Bau des Dioramas – Step by Step

Alle wichtigen Bauinformationen, Tipps und Tricks finden sich in den jeweiligen Bildbeschreibungen.

Wasserbehälter im 3D-Druck

Auslöser für den Bau des Dioramas war der Druck dieses IBC-Tanks im Maßstab 1:87 der im Druck super detailreich ausgeführt wurde und danach eine Verwendung suche.

Auslöser für den Bau des Dioramas war der Druck dieses IBC-Tanks im Maßstab 1:87 der im Druck super detailreich ausgeführt wurde und danach eine Verwendung suche.

Damit es auf der Pritsche des Kommunalfahrzeuges nicht so leer aussieht, wurden noch eine Werkzeugkiste und ein Schutzgitter fürs Führerhaus gedruckt. Später kam dann noch ein Wasserschlauch hinzu.

Damit es auf der Pritsche des Kommunalfahrzeuges nicht so leer aussieht, werden neben dem IBC-Tank  noch eine Werkzeugkiste und ein Schutzgitter fürs Führerhaus gedruckt. Später kommt dann noch ein Wasserschlauch hinzu.

Farbgebung

Die metallenen Bauteile für die Pritsche wurden mit der Airbrushpistole Silber lackiert bevor sie am Modell montiert wurden.

Die metallenen Bauteile zur Ausgestaltung der Ladepritsche wie beispielsweise das Gitter für den IBC-Tank  werden mit der Airbrushpistole silberfarben lackiert, bevor sie am Modell montiert werden.

Spanngurte für den Tank

Im nächsten Bauschritt wurden die Spanngurte, welche mittels TPU-Filament (flexibler synthetischer Kunststoff) hergestellt wurden, an der Gitterbox befestigt wurden.

Im nächsten Bauschritt wurden die Spanngurte, welche mittels TPU-Filament (flexibler synthetischer Kunststoff) hergestellt wurden, an der Gitterbox befestigt wurden.

Verfeinern des Modellautos

Die Heckklappe der Pritsche muss im geöffnetem Zustand dargestellt werden, dafür wurden kurzer Hand Scharniere gezeichnet und anschließend ausgedruckt.
Die Heckklappe der Pritsche muss im geöffnetem Zustand dargestellt werden, dafür wurden kurzer Hand Scharniere gezeichnet und anschließend ausgedruckt.
Mit einem Skalpell wird die Heckklappe vorsichtig von der Pritsche abgetrennt und anschließend um nach dem Anbringen der gedruckten Scharniere im geöffneten Zustand dargestellt zu werden.
Mit einem Skalpell wird die Heckklappe vorsichtig von der Pritsche abgetrennt und anschließend um nach dem Anbringen der gedruckten Scharniere im geöffneten Zustand dargestellt zu werden.
Der Unterbau der Pritsche muss etwas gekürzt werden, damit die geöffnete Heckklappe Platz findet. Mit einer kleinen Modellbau-Kreissäge ist die Arbeit in kurzer Zeit erledigt.

Der Unterbau der Pritsche muss etwas gekürzt werden, damit die geöffnete Heckklappe Platz findet. Mit einer kleinen Modellbau-Kreissäge ist die Arbeit in kurzer Zeit erledigt.

Aus einem Tablettenblister (geriffelt) wird ein Stück, passend für die Ladefläche der Pritsche, herausgeschnitten und anschließend diese damit belegt. So entsteht der Eindruck von Riffelblech auf der Ladefläche.
Aus einem Tablettenblister (geriffelt) wird ein Stück, passend für die Ladefläche der Pritsche, herausgeschnitten und anschließend diese damit belegt. So entsteht der Eindruck von Riffelblech auf der Ladefläche.
Die Kennzeichen werden mittels des Computer-Zeichensatzes Cargo (kostenlos zur persönlichen Nutzung) gesetzt und in einer Bildbearbeitungssoftware noch mit Eurofahne, Siegel der Zulassungsbehörde und mit HU-Plakette versehen. Der Ausdruck erfolgt dann auf Fotopapier.
Die Kennzeichen werden mittels des Computer-Zeichensatzes Cargo (kostenlos zur persönlichen Nutzung) gesetzt und in einer Bildbearbeitungssoftware noch mit Eurofahne, Siegel der Zulassungsbehörde und mit HU-Plakette versehen. Der Ausdruck erfolgt dann auf Fotopapier.
Mit einer Auflösung von 1200 dpi wird das 3,6 mm große Stadtwappen, welches sich beim Original Fahrzeug auf den Seitentüren und der Motorhaube befindet, aufbereitet und anschließend auf spezielles Nassschiebepapier/ Decalfolie gedruckt.
Mit einer Auflösung von 1200 dpi wird das 3,6 mm große Stadtwappen, welches sich beim Original Fahrzeug auf den Seitentüren und der Motorhaube befindet, aufbereitet und anschließend auf spezielles Nassschiebepapier/ Decalfolie gedruckt.
Mit einer Auflösung von 1200 dpi wird das 3,6 mm große Stadtwappen, welches sich beim Original Fahrzeug auf den Seitentüren und der Motorhaube befindet, aufbereitet und anschließend auf spezielles Nassschiebepapier/ Decalfolie gedruckt.
Mit einer Auflösung von 1200 dpi wird das 3,6 mm große Stadtwappen, welches sich beim Original Fahrzeug auf den Seitentüren und der Motorhaube befindet, aufbereitet und anschließend auf spezielles Nassschiebepapier/ Decalfolie gedruckt.
Das Stadtwappen wurde wie beim Vorbild auf die beiden vorderen Türen sowie auf der Motorhaube platziert und anschließend mit „Mr. Mark Softer“ zur finalen Fixierung überstrichen.

Das Stadtwappen wurde wie beim Vorbild auf die beiden vorderen Türen sowie auf der Motorhaube platziert und anschließend mit „Mr. Mark Softer“ zur finalen Fixierung überstrichen.

Die "Flaniermeile" entsteht

Als nächstes steht der Belag der Fahrbahn zur Bau an, welcher in unserer Fußgängerzone ausschließlich aus Kopfsteinpflaster besteht. Eine Platte und einzelne Steine solch eines Pflaster finden ich auf einer Plattform für 3D-Druck Modelle im Internet. Beides wurde für die Dioramenplatte verwendet. Alternativ lassen sich Kunststoffplatten mit Pflastersteinstruktur beispielsweise von Auhagen oder keramische Pflastersteine (Flexyway) von Juweela einsetzen.

Als nächstes steht der Belag der Fahrbahn zur Bau an, welcher in unserer Fußgängerzone ausschließlich aus Kopfsteinpflaster besteht. Eine Platte und einzelne Steine solch eines Pflaster finden ich auf einer Plattform für 3D-Druck Modelle im Internet. Beides wurde für die Dioramen-Platte verwendet.

Alternativ lassen sich Kunststoffplatten mit Pflastersteinstruktur beispielsweise von Auhagen oder keramische Pflastersteine (Flexyway) von Juweela einsetzen.

Die „Flaniermeile“ vor den Schaufenstern der Geschäfte ist mit Gehwegplatten ausgelegt, welche in dieser Größe und Ausführung nicht zur Verfügung standen, also werden sie kurzer Hand in Fusion 360 gezeichnet und als STL-Datei gespeichert. Ein Ausdruck in Resin stellte kein Problem da.
Die „Flaniermeile“ vor den Schaufenstern der Geschäfte ist mit Gehwegplatten ausgelegt, welche in dieser Größe und Ausführung nicht zur Verfügung standen, also werden sie kurzer Hand in Fusion 360 gezeichnet und als STL-Datei gespeichert. Ein Ausdruck in Resin stellte kein Problem da.
Der Bereich wo ein Baum steht wurde ausgefräst und mit einzelnen Steinen, wie beim Vorbild, ausgekleidet.
Der Bereich wo ein Baum steht wurde ausgefräst und mit einzelnen Steinen, wie beim Vorbild, ausgekleidet.

Kolorierung der Flaniermeile

Die Kolorierung der Gehwegplatten und des Kopfsteinpflasters erfolgt mit Acryl-Modellbaufarben. Diese werden in verschiedenen Farbtönen und mit unterschiedlichen Maltechniken aufgebracht. Zudem werden noch mit einer Spitze mit feiner Nadel oder einen feinen Kanülenspitze die Fugen des Kopfsteinpflasters mit verdünnter „Wash-Farbe“ nachgezogen.

Die Kolorierung der Gehwegplatten und des Kopfsteinpflasters erfolgt mit Acryl-Modellbaufarben. Diese werden in verschiedenen Farbtönen und mit unterschiedlichen Maltechniken aufgebracht. Zudem werden noch mit einer Spitze mit feiner Nadel oder einen feinen Kanülenspitze die Fugen des Kopfsteinpflasters mit verdünnter „Wash-Farbe“ nachgezogen.

Der städtische Angestellte

Für die Erstellung des Wasserschlauches musste der Filament-Drucker herhalten. Hier wurde flexibles Filament (TPU) erhitzt und nur durch die Düse gedrückt um den gewünschten Wasserschlauch zu erhalten.Für die Erstellung des Wasserschlauches musste der Filament-Drucker herhalten. Hier wurde flexibles Filament (TPU) erhitzt und nur durch die Düse gedrückt um den gewünschten Wasserschlauch zu erhalten.

Für die Erstellung des Wasserschlauches musste der Filament-Drucker herhalten. Hier wurde flexibles Filament (TPU) erhitzt und nur durch die Düse gedrückt um den gewünschten Wasserschlauch zu erhalten.

Der Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt wird aus vier weißen Preiser-Figuren (Körper, Arme und Kopf) zusammengestellt, bemalt und mit dem Wasserschlauch versehen. Am Ende des Wasserschlauches wird ein kleines Aluröhrchen geklebt und das „Wasser“ aus transparentem Nähgarn hier eingefügt.

Der Baum bekommt Wasser

Stacked from 3 images. Method=C (S=4)

Der städtische Mitarbeiter bei seiner Arbeit der Baumbewässerung. Die nasse Erde unter dem Baum ist mit Modellwasser dargestellt. Auch ein Tropfen des Modellwassers entlang des Wasserstrahls gibt diesem ein noch realistisches Aussehen.

Eingesetzte Materialien

Herpa
MAN TGE Doppelkabine mit Pritsche, kommunalorange - Best. Nr.: 093453

Figuren
Passanten von Preiser, Unbemalte Figuren

Decal Film
ACT - Air-Color-Technik

Farben
Acryl-Modellbaufarben

Inhalt //

    Die Autoren

    Peter Schmäring

    Peter Schmäring

    Seit meiner Kindheit betreibe ich Modellbau, vom Plastikmodellbau über ferngesteuerte Modelle bis hin zum Umbau von Fahrzeugen im Maßstab 1:87 ist mir nichts fremd. Modellbau ist meine Leidenschaft.

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